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Rheinkamp-Repelen |
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Landwirtschaft
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Landwirtschaft als Vollerwerb spielte für die
Stadt Moers nur eine sehr geringe Rolle. Denn die Arbeitsteilung von
gewerblich geprägter Stadtwirtschaft und landwirtschaftlichem Umland
funktionierte (sofern keine außergewöhnlichen Störfaktoren auftraten)
gut. Wie den Einwohnerlisten zu entnehmen ist, lebten 1818 nur fünf
Moerser von der Landwirtschaft. 1848 waren es gar nur noch drei und 1880
neun. Allerdings spielte im gesamten 19. Jahrhundert wie in den
Jahrhunderten zuvor eine bescheidene Viehhaltung und das Bewirtschaften
eines Gartens eine Rolle. Ein Teil der Gärten lag zwischen der
städtischen Bebauung und dem Stadtgraben, das Gros jedoch außerhalb des
Walles. Aufschlüsse über die Viehhaltung geben die Einwohnerlisten, die
lediglich das Federvieh beiseite lassen. Verfolgt man die Zahlen über
einen längeren Zeitraum, so stellt man fest, dass die Vermehrung der
Tiere hinter dem Anwachsen der städtischen Bevölkerung zurückblieb.
Allein die als Zugtiere verwendeten Pferde machen da eine Ausnahme, weil
diese durch die Zunahme von
Gewerbe und
Industrie vermehrt gebraucht wurden. Während sich die Einwohnerzahl von
Moers-Stadt zwischen 1829 und 1897 fast verdreifachte, stieg zwar die
Zahl der Pferde von 36 ( 1829) auf 135 (1897), die der Rinder jedoch nur
von 94 auf 139, die der Schweine lediglich von 237 auf 450 und die der
Ziegen von 140 auf 225. Die Zahlen von 1897 verlieren zusätzlich an
Bedeutung, wenn man bedenkt, dass der größere Teil des 1897 gezählten
Viehs außerhalb der von Graben und Wall umgebenen Kernstadt gehalten
wurde. Innerhalb des Walles, im "alten" Moers, hatte sich der
Viehbestand nicht nur relativ (pro Einwohner) , sondern sogar absolut
verringert. Die Geflügelhaltung, in den früheren Quellen nicht erfaßt,
ist für 1897 mit 2685 Hühnern angegeben, wovon gut 600 in der Kernstadt
gehalten wurden. Der geringe Stellenwert der Landwirtschaft in der
Ökonomie kommt im Vergleich zu den anderen drei Städten des Kreises
Moers gut zum Ausdruck. In seiner Statistik des Kreises Von 1863 stellte
Landrat Von Ernsthausen fest, dass die Kreisstadt mit Abstand die
geringste Viehhaltung aufwies. Xanten, Rheinberg und Orsoy konnten zu
jener Zeit mit erheblich größeren, teilweise fünf- bis sechsfach höheren
Viehzahlen aufwarten. War hier der Weg zu Gewerbe und Industrie schon
vorgezeichnet?
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