Der Stadtteil
Repelen ist vor allen Dingen für seine Kuranlage Jungbornpark bekannt.
Im Jahre 1898 wurde sie vom Lehmpfarrer Emanuel Felke ins Leben
gerufen. Im Jahre 1894 trat dieser seinen Dienst als evangelischer
Pfarrer in der Dorfkirche Repelen an. 1897 machte er mit einigen
Gemeindevertretern eine Reise in den Harz um den neugegründeten
Jungborn von Adolf Just zu besichtigen. Scheinbar beeindruckt davon
wurde auch ein solcher im Repelner Park gegründet.
Das offizielle Gründungsdatum ist auf den 5.Mai 1898 festgelegt. Das
Grundkapital wurde mit 50.000 Goldmark festgesetzt, nach dem heutigen
Stand ca. 350.000 EUR und von 80 Anteilseignern um Pastor Felke
zusammengebracht.
Innerhalb
des Parks wurden zwei getrennte Badestätten, eine für Männer und eine
für Frauen eingerichtet. Besonders wurde das Felke-Sitzbad als
Heilverfahren bekannt. Bei eben diesem sitzt der Patient mit
angezogenen Beinen in der Badewanne, die eine Handbreit hoch mit
naturkaltem Wasser gefüllt ist. Während des Badens wird der
Unterkörper mit den Händen von oben nach unten abgerubbelt, dieses 5
Minuten lang. Danach wird der Körper mit einem Wasserschlauch
abgespült, wobei auf die richtige Reihenfolge zu achten ist. Nach dem
Sitzbad soll sich der Patient viel an der frischen Luft bewegen
und
mit den Händen trockenreiben. Dieses Sitzbad konnte auch als Lehmbad
praktiziert werden. Dabei wird das Wasser mit steinfreiem Lehm
vermischt bis sich ein dünnflüssiger Brei ergibt. Die gymnastischen
Übungen anschließend wurden in der damaligen Kuranlage nackt
durchgeführt. Im Jahre 1899 führte dieses zu einer kurzfristigen
Schließung wegen Gefährdung der Sittlichkeit.
Eine Diätküche sorgte für das leibliche Wohl. Die Verordnungen von
Pastor Felke wurden so berühmt, das Menschen aus der ganzen Welt nach
Repelen kamen um sich im Kurpark behandeln zu lassen. Wegen der großen
Nachfrage wurden Parks in Köln, Aachen und Berlin eingerichtet.
Noch heute befindet sich im Jungbornpark ein Denkmal vom Lehmpastor
Felke.