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Rheinkamp-Repelen |
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Das Repelener Meer
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Der
linksniederrheinische Raum ist ein Zwischenstromland, das den beiden
Hauptströmen unserer Landschaft, Rhein und Maas, nicht nur seine
Entstehung verdankt, sondern von diesen auch maßgebend ausgeformt
worden ist. Ohne diese beiden großen Ströme bestünde unsere Landschaft
nicht aus jenem dichtem Aderwerk von Talungen, wie sie heute praktisch
den gesamten unteren Terrassenraum zwischen Krefeld, Goch und Kleve
durchziehen. Außerordentlich verschieden waren die Vorgänge, die zur
Entstehung der vielen größeren und kleineren Wasserläufe führten,
ebenso verschieden wie jene Vorgänge und Einwirkungen, die sich heute
an diesen Gewässern, vielfach als Teil natürlicher
Entwicklungsprozesse, teils aber auch durch künstliche bzw.
unnatürliche Eingriffe bedingt, vollziehen. Abgelaufene
Entwicklungsvorgänge und augenblickliche Einflüsse auf diese Gewässer
bestimmen weitgehend die
Verhältnisse in der Lebewelt.
I. Entstehung und Entwicklung
Die meisten unserer niederrheinischen Gewässer sind echte
Grundwasserfenster, die ehedem in den mehr oder weniger schräg zum
Rhein und zur Maas hinabfließenden Grundwasserstrom eingegraben wurden
und von diesem teilweise noch heute gespeist werden. Das Repelner Meer
ist Bestandteil des sogenannten Mörse-Rheines, der noch vor weniger
als 150 Jahren oftmals kräftig durchströmt wurde. Vor gar nicht allzu
langer Zeit fürchteten sich die Bewohner von Moers sehr vor den
Deichbrüchen in Uerdingen; denn dann strömte der Rhein mit großer
Gewalt durch das heutige Mörsetal über KaIdenhausen, Bettenkamp und
Moers nach Rheinberg zu. Eile tat dann Not, um die Hochwasserfluten
vom Stadtgebiet fernzuhalten.
Noch vor dem letzten Krieg lagen unter der Stadtmauer Balken
griffbereit, um die gefährdeten Stadtteile schnellstens abriegeln zu
können, und in alten Berichten darüber lesen wir, das sei hier nur der
Kuriosität halber erwähnt, dass die unvermeidlichen Spalten zwischen
den abriegelnden Balken mit Mist verstopft wurden. Nun, solche
Maßnahmen sind heute nicht mehr erforderlich, denn zahlreiche
Eisenbahndämme versperren dem Hochwasser den Weg. Sehen wir uns das
Tal des ehemaligen Mörserheines auf der Karte einmal näher an, so
lässt sich leicht feststellen, dass er mit der
Uerdingen-Hohenbudberger Rheinschlinge in Verbindung stand und in
nördlimer Richtung, sich stark verzweigend, auf Rheinberg zuläuft.
Hier mündet er, der außerdem im Süden mit dem Moersbach in Verbindung
steht, zusammen mit der Fossa Eugeniana in den alten Rhein nördlich
von Rheinberg. Auf seinem etwa 30 km langen Lauf bildet der Mörserhein
noch heute drei gut erkennbare und typische Meere, und zwar von Süden
nach Norden das Schwafheimer, Bettenkamper und Repelner Meer. Das
vierte in diesem Bereich liegende Gewässer, das sogenannte Moerser
Meer an der Westseite der alten Festung Moers, das auf der
Mercatorkarte des 16. Jahrhunderts noch eingezeichnet ist, besteht
heute nicht mehr. Es handelt sich bei all diesen Gewässern um
langgestreckte, schmale, mehr oder weniger gekrümmte Bildungen. Sie
sind in erster Linie an den Stellen erhalten geblieben, wo der
ehemalige Strom die Hochufer stark annagte und sich weit tiefer
eingraben konnte als an den geraden Flussstrecken. Es sind also echte
"Töchter" des Rheinstromes, der sie auch in der Folgezeit erhielt und
sie vor völliger Verlandung bewahrte dadurch, dass er in
Hochwasserzeiten ,die mittlerweile angefallenen Schlammengen immer
wieder herausspülte und auf diese Weise natürliche Verlandungsvorgänge
verhinderte. Das erklärt zudem die auch heute meist nur
geringmächtigen Verlandungsgürtel im Vergleich zu anderen ähnlichen
Gewässern, die von Jahr zu Jahr stärker zuwachsen.
Albert Steeger, der sich um die Erforschung all dieser
Gewässerbildungen am Niederrhein sehr verdient gemacht hat, glaubte
allerdings nicht sicher entscheiden zu können, ob es sich bei diesen
heute durch Moersbach und Schwafheimer Kendel gekennzeichneten
Gewässern um einen Nebenarm des Rheines gehandelt hat wie etwa beim
Niepkuhlen- und Littardrhein, oder ob es mehr die Hochwasserfluten
waren, die bei der Ausformung dieser Gewässer die größere Rolle
gespielt haben. Sicherlich sind diese Bildungen des Moerser Raumes
zeitlich etwas jünger als der Niepkuhlenrhein und rechnen den
natürlichen alluvialen Stromläufen zu.
In jedem Fall sind mittlerweile viele Jahrhunderte seit der Entstehung
der Mörserhein-Meere vergangen. In dieser Zeit hat die Entwicklung in
den Gewässern keineswegs stillgestanden. Zwar räumten und räumen
Hochwasserfluten die angesammelten Schlammbestandteile vom
Gewässergrund immer wieder aus, insgesamt und über Jahrhunderte hinweg
kam es jedoch trotzdem zu einer stetigen Aufhöhung des
Gewässergrundes. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, denn alle diese
Gewässer liegen in äußerst nährstoffreichen Substraten, so dass
Wasser- und Sumpfpflanzen hier beste Entwicklungsbedingungen
vorfinden. Im Laufe weniger Jahrhunderte kam es auf diese Weise zur
Entwicklung von gürtelförmig angeordneten Verlandungszonen, die für
einen ständigen Nachschub an verwelktem Pflanzenmaterial sorgten,
welches die Grundlage für die Schlammablagerung am Gewässergrund ist.
Hinzu kamen während der letzten Jahrzehnte noch die vielfältigen
Abwasserwirkungen, welche die Schlammbildung förderten, und
schließlich noch wasserbauliche Maßnahmen (am Repelner Meer
beispielsweise der Bau eines Betondammes am Südende), welche die
ausräumende Wirkung des Hochwassers verhinderten. Eben dadurch kam es
gerade am Repelner Meer zu einer ganz eklatanten Entwicklung
bestimmter Verlandungszonen.
II. Vegetationsverhältnisse
Eingangs wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Entwicklung der
Vegetation und die Artenzusammensetzung in den einzelnen
Verlandungszonen weitgehend abhängt von der Art der
Verlandungsvorgänge und von der Beschaffenheit des Schlamms in
physikalischer und chemischer Hinsicht. Ein vorwiegend aus
mineralischen Bestandteilen bestehender Schlamm wird eine völlig
andere Vegetation zeigen als ein ausgesprochen organischer Schlamm.
Das Auftreten mächtiger Röhrichtzonen am Süd- und Ostufer deutet auf
das Vorliegen organischer Schlammschichten hin, während die
vorherrschenden Kleinkräuter am Westufer auf starke mineralische
Anteile schließen lassen.
Da das Repelner Meer in einer Art Senke liegt und mithin von Winden,
welche andernorts die Wasser- bzw. die Wellenbewegung steuern,
weitgehend unbeeinflusst läst, muss sich hier die Verteilung der im
Wasser vorhandenen und der angespülten Schlammengen ausschließlich
nach den Strömungsverhältnissen und der allgemeinen Wasserzirkulation
richten. Nur so lässt sich erklären, dass hier im Gegensatz zu anderen
ähnlichen niederrheinischen Gewässern die Ostufer weit besser mit
Röhrichten, d. h. Uferpflanzengesellschaften bewachsen sind als die
Westufer. Andernorts ist es gerade umgekehrt, denn dort liegt das
Westufer zur größten Zeit des Jahres im Windschatten, weshalb sich
dann hier die weit besseren Bestände zu entwickeln vermögen.
Im Gegensatz zu den Uferpflanzengesellschaften sind die
Wasserpflanzenbestände wohl als Folge der Abwasserverschmutzung
äußerst dürftig entwickelt, und ein Gebüsch- oder Bruchwaldgürtel
fehlt hier sogar vollends; das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn
für die meisten Altwasserbildungen des Rheinstromes ist das Fehlen
bruchwaldartiger Verlandungszonen typisch; Die Morphologie des
umliegenden Geländes lässt eine derartige Entwicklung einfach nicht
zu.
II/I Uferpflanzengesellschaften
Unter den Uferpflanzengesellschaften, welche sowohl die
schwingrasenartigen, sehr nassen Uferzonen, als auch Gewässerzonen bis
zu 200 cm Tiefe besiedeln, stehen Wassersüßgrasbestände an erster
Stelle. Die gute Ausbildung dieser Gesellschaft ist für die meisten
Rhein-Altwasser bezeichnend, und sie nehmen vielerorts die Standorte
der Schilfröhrichte ein. Am Repelner Meer kommen derartige Bestände
als Reinbestände mit Wassersüßgras als einziger Art und in
Schwingrasen auf wenig verfestigtem Untergrund vor, aber auch als
artenreiche Bestände vergesellschaftet mit Sumpf-Rispengras, Schilf,
Sumpf-Weidenröschen, Sumpf-Schwertlilie, Wasserfenchel,
Wasser-Schierling, Sumpf-Labkraut, u. a. Bemerkenswert ist hier
besonders eine Ausbildungsform mit der Schlanken Segge, die im
allgemeinen am Niederrhein in Vergesellschaftung mit
Wassersüßgrasbeständen sehr selten ist, hier jedoch an schon stärker
verfestigten Uferstellen in mächtigen Beständen auftritt und
stellenweise das Wassersüßgras völlig zu verdrängen scheint. Die
Tatsache, dass die Schlanke Segge nahezu unempfindlich gegen stark
wechselnde Wasserstände, mechanische Beanspruchungen während
Hochwasserzeiten und Abwasserverschmutzung ist, deutet die mögliche
zukünftige Entwicklungsrichtung dieser Ausbildungsform an. Die
Wassersüßgrasbestände in ihrer Gesamtheit verlangen nährstoffreiche,
z. T. schon verfestigte Faulschlammablagerungen und sind im
allgemeinen umso artenreicher, je verfestigter der Grund ist. Auf im
Wasser enthaltene chemische Abwasserstoffe reagiert die Kennart
Glyceria maxima sehr empfindlich, sodass das stete Zurückgehen dieser
Bestände am Repelner Meer eigentlich kaum erstaunlich sein dürfte.
Die typischen Röhrichte in artenreicher Form erfahren am Repelner Meer
eine äußerst dürftige Ausbildung und sind meist sehr stark mit
Wassersüßgras durchsetzt, scheinen teilweise sogar in derartige
Bestände überzugehen. Vergesellschaftet finden sich hier in erster
Linie Schilf mit Flammendem Hahnenfuß, Krauser Distel, Beinwell,
Glanzgras, Frosmlöffel, Behaarte Segge, Wolfstrapp, Giersch und
Goldhafer. Gerade die beiden letzteren Arten deuten auf eine sehr nahe
Beziehung zu den angrenzenden Wiesen und Ruderalflächen hin sowie
darauf, dass die Standorte der wassersüßgrasfreien
Röhrichtgesellschaften schon weitgehend verfestigt und nur noch mäßig
feucht sind. Bemerkenswert ist hier vor allem das Auftreten von Carex
hirta var. hirtiformis, die stellenweise sehr dichte Reinbestände
bildet, über deren zukünftige Entwicklungsrichtung sich bislang noch
nichts sagen läßt. Interesant für den Niederrhein sind hier auch die
zwar nur kleinräumig ausgebildeten Uferseggen-Reinbestände, die nur
von Wassersüßgras durchsetzt sind und typisch für nasse, luftarme,
aber stickstoffreiche Böden sind.
Ähnlichen Seltenheitswert hat am Niederrhein auch das
Schlankseggenried, das als Reinbestand auf feuchtnassen, aber schon
verfestigten Böden hier und da die Wassersüßgrasbestände ablöst und
ähnliche Ansprüche an den Boden stellt wie die Ufer-Segge. Deuteten
die vorgenannten Bestände insgesamt auf die starke Ablagerung
organogener Sedimente hin, so dürften die knöterichreichen
Ufergesellschaften des Westufers den minerogenen Absatz in diesen
Zonen belegen. Hier kommt es zu einer Vergesellschaftung des Milden
Knöterich mit Wasserpfeifer, Kalmus, Wasserkresse, Gift-Hahnenfuß,
Wasserfenchel, Wassersüßgras und Stumpfblätterigem Ampfer. Es handelt
sich dabei größtenteils um Arten der Zwergbinsengesellschaft, der
Zweizahn-Uferflur und des Röhrichts, deren Auftreten hier vielleicht
schon eine Entwicklung zu Beständen des "Nackten Teichschlamms", wie
sie auf minerogenen Schlammböden einiger rechtsniederrheinischer
Altwasser vorkommen, hindeuten. Es wird von den Wasserständen
abhängen, ob die Entwicklung dieser Gesellschaften hier weiter
fortschreitet, oder ob sie bei der ersten stärkeren Hochwasserflut
bereits losgerissen und fortgeschwemmt wird.
Insgesamt werden die steilen Uferränder, die durch kulturtechnische
Maßnahmen der Vergangenheit sehr stark beeinträchtigt worden sind,
auch in Zukunft kaum die Entwicklung mächtigerer
Uferpflanzengesellschaften zulassen, es sei denn, dass das Gewässer
selbst durch den organgenen Absatz im Laufe der Zeit abnormal stark
verlandet.
II/II Wasserpflanzengesellschaften
Die Wasserpflanzenbestände, die entweder mit Schwimmblatt- oder
Unterwasserpflanzen ausgebildet sind, stellen stets eine besondere
Zierde der niederrheinischen Gewässer dar. Sie steuern im allgemeinen
die wasserchemischen Verhältnisse, und aus der Art ihrer Ausbildung
lässt sich zumeist auf den Wasserzustand schließen.
Im Normalfall, d. h. in einem völlig unbeeinflussten Gewässer, folgen
dem Röhricht zur Gewässermitte hin zunächst die
Schwimmblattpflanzenbestände mit See- und Teichrosen, und diesen
schließlich in größeren Tiefen die Unterwasserpflanzen, das sog.
Kraut, wie es der Fischer nennt, und das für eine gute und
ertragreiche Fischzucht außerordentlich wichtig ist. Wie steht es aber
um diese Wasserpflanzengesellschaften im Repelner Meer? Es dürfte kaum
dem geringsten Zweifel unterliegen, dass das Repelner Meer vor
Einsetzen der großen Abwasserverschmutzung äußerst reich an
Wasserpflanzen war. Von anderen niederrheinischen Gewässern wissen
wir, wie außerordentlich schädlich sich viele Abwasserstoffe auf die
Wasserpflanzenwelt ausgewirkt haben, und so ist es kein Wunder, dass
dieses Meer heute nahezu wasserpflanzenfrei ist. Es finden sich nur
noch Reste der ehemaligen Bestände. Unter den Schwimmblattpflanzen
sind es vor allem die Gelbe Teichrose, die Weiße Seerose und der
Flutende Knöterich, die in den Stillwasserbezirken des Ufers noch hier
und da in Erscheinung treten, allgemein jedoch eine abnehmende Tendenz
zeigen. Ihre gekräuselten, teilweise mit Fraßspuren von Schilfkäfern
übersäten Laubblätter sowie die aus dem Schlammgrund aufgestiegenen
Wurzelstöcke deuten auf die äußerst schlechten wasserchemischen
Verhältnisse hin.
Unterwasserpflanzenbestände fehlen hier nahezu ganz. Die ehedem, so
geht es wenigstens aus alten Florenverzeichnissen hervor, vorhandenen
Großlaichkrautgesellschaften fehlen heute weitgehend. Im
Gewässerschlamm konnten nur noch verwelkte und in Zersetzung
begriffene Reste der Krausen, Schwimmenden und des Leuchtenden
Laichkrautes, festgestellt werden. Vorhanden, als einzige
Unterwasserpflanze war ausschließlich noch das Flutende Süßgras. Aber
nur im westlichen Uferbereich mit stark mineralischen Böden.
Auffallend und gleichzeitig auch charakteristisch für den schlechten
wasserchemischen Zustand sind die beiden in Watten vorkommenden
Algenarten Cladophora und Spirorgyra, die einzelne Gewässerteile dicht
bedecken. Diese außerordentliche Artenarmut an Unterwasserpflanzen hat
auch eine erhebliche Fischarmut zur Folge. Im Zuge der Sportfischerei,
eine Berufsfischerei fehlt hier bereits seit Jahrzehnten, werden nur
einige wenige Rotaugen, Rotfedern, Schleien, Hechte und Karpfen
gefangen, die mengenmäßig weit unter den früheren Erträgen liegen.
III. Chemische Wasseruntersuchungen
Für Vergleichszwecke mit anderen niederrheinischen Gewässern ist es
auch für den Biologen stets wertvoll und interessant, die chemischen
Verhältnisse in einem Gewässer etwas genauer zu untersuchen; denn sie
können zur Erklärung mancher Besonderheit in den
Vegetationsverhältnissen herangezogen werden. Da ist zunächst der
pH-Wert, welcher Aufschluss darüber gibt, ob ein Wasser als sauer,
neutral oder alkalisch anzusprechen ist. Die entsprechenden Werte für
das Repelner Meer liegen etwa im neutralen bis schwach alkalischen
Bereich, Werte, die eigentlich keineswegs abnormal sind im Vergleich
mit entsprechenden Werten aus anderen niederrheinischen Altwassern. Er
kann also in diesem Fall nicht zur Erklärung und zum Beweis für
schlechte wasserchemische Verhältnisse herangezogen werden.
Aufschlussreicher sind da schon die Sauerstoffwerte, aus denen sich
errechnen lässt, dass im Repelner Meer auf 1 Liter Wasser etwa 0,3 g
organischer Schlammsubstanz kommen, was außerordentlich viel ist. Auch
die sog. Karbonathärte, die uns als "Deutscher Härtegrad" bekannt ist
und Aufschluss über den Kalkgehalt des Wassers gibt, lässt
interessante Rückschlüsse zu.
Je höher die Karbonathärte, umso mehr müsste sich die Verschmutzung
des Wassers bessern, denn der Kalk bindet schädliche Schmutzstoffe,
und seine Salze machen auch Fette und Öle weitgehend unschädlich.
Außerdem bindet und speichert der Kalk die vorhandene Salpetersäure,
deren Salze wichtige Pflanzennährstoffe darstellen. Aus der Tatsache,
dass der Kalkgehalt des Repelner Meeres als durchaus gut zu bezeichnen
ist, lässt sich eigentlich ableiten, dass in Zukunft die
wasserchemischen Verhältnisse sich bessern dürften und der
Wasserpflanzenreichtum wieder langsam ansteigen wird. Die insgesamt
heute dennoch schlechten wasserchemischen Verhältnisse des Repelner
Meeres ergeben sich aus weiteren Analyseergebnissen. Da das
Natrium-Ion beispielsweise dem Chlor-Ion hier äquivalent ist, muss
damit gerechnet werden, dass der Kochsalzgehalt des Meeres bei 99,8
mg/l liegt, ein sehr hoher Wert im Vergleich zu entsprechenden
Messungen an benachbarten Altwassern. Ähnlich verhält es sich mit dem
Sulfatgehalt, der mit 138 mg/l Wasser weit über den vergleichbaren
Werten anderer niederrheinischer Gewässer liegt.
Die Untersuchungen am Repelner Meer lassen erkennen, wie eng die
Beziehungen zwischen Wasserchemie und Vegetation sind. Schon allein
daraus sollten entsprechende Konsequenzen gezogen werden etwa derart,
dass man sich noch mehr als bisher bemüht, durch Klärwerke und
Vorklärung den größten Teil der verheerend wirkenden Abwasserstoffe
von unseren niederrheinischen Gewässern fernzuhalten. Vielleicht ist
es für das Repelner Meer noch nicht zu spät, und vielleicht werden
schon die kommenden Jahre zeigen, ob dieses Gewässer endgültig stirbt
oder sich wieder langsam erholen kann. |
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