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Rheinkamp-Repelen |
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Gasthof zur Linde
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| Eines der unter
Denkmalschutz stehenden Häuser der Gemeinde
Rheinkamp ist das heutige Hotel zur Linde im
Ortsteil Repelen. Ehedem ein Bauernhaus im
Viertel an der alten Kirche, stammte diese
Wirtschaft noch aus einer Zeit, als die
Gasthöfe spärlicher gesät waren und mancher
müde Wanderer und fahrende Zimmergesell bei
sinkender Sonne froh war, noch vor Einbruch
der Dunkelheit einen freundlichen Wirt mit
einem billigen Quartier zu finden. Wer in
dieser Gegend mit dem Wagen über Land reisen
musste, konnte hier seine Pferde aus- spannen. |
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Repelen ist die urkundlich nachweisbar älteste
der 19 Ortschaften, aus denen die damalige
Gemeinde Rheinkamp gebildet wurde. Die Kirche
in Repelen soll sogar schon um 312, so will es
die Legende wissen, von der Kaiserin Helena,
der Mutter Konstantins des Großen, errichtet
worden sein.
Die alte Kirche liegt auf der höchsten Stelle
der früher von Hochwassern so oft
heimgesuchten Ansiedlung. Wenn die Sturmglocke
dröhnte, trieben die Bauern hier ihr Vieh
zusammen, so auch beim Rheinhochwasser des
Jahres 1855, als der Ruhrorter Pegel die
"unglaubliche Höhe von 28 Fuß" erreichte und
das Wasser bei Trompetter bis in der "FürkulI"
stand. Trompetter hieß der Hof, dessen
Wohnhaus später Gasthaus ZUR LINDE werden
sollte. Zuletzt bewirtschaftete den Hof
Trompetter der Bauer Giesen. Von ihm kaufte
1871 Gerhard Eickschen den Hof und eröffnete
darauf den Gasthof ZUR LINDE. Den Namen gab
ein Naturdenkmal, die vor dem Hause ihre Äste
breitende große Dorflinde. |
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| Zu nahe am Hause stehend, neigte sie sich
schon damals stark zur Straße hin. Ihr Alter
schätzte man auf mehr als 400 Jahre, als die
Linde 1964 einem Sturm zum Opfer fiel. |
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| Vor 100 Jahren war Repelen ein kleines
Kirchdorf, dessen arbeitsame ländliche
Bevölkerung in sehr einfachen Verhältnissen
lebte. In der Früh wurde der Ackerer von der
Frau mit einem Teller "Papp" und einem
Buchweizenpfannkuchen aufs Feld entlassen.
Dann spannte er seinen Gaul vor das Ackergerät
und fuhr auf der holperigen Dorfstraße vorbeUn
den niedrigen kleinfensterigen Häusern zur
Tagesarbeit. Abends trat er vielleicht noch
einmal mit seinen "Klompen" vor die Tür. Bald
aber wurde es still im kleinen Dorf. Man legte
sich zeitig zur Ruh. Die mit Stroh gepolsterte
Bettstatt war damals, zumindestens noch für
den ärmeren Teil der Bevölkerung, eine
Selbstverständlichkeit. Sonntags aber wurde
"Staat" gemacht. Der Hofbesitzer fuhr mit der
"Schäß" zur Kirche und stellte dazu in der
kalten Jahreszeit, die Kirche war nicht
geheizt, das wärmende "Stövken" unter die
Kirchenbank. Nach dem Gottesdienst genehmigten
die Bauern einen Schluck im nahea Gasthof ZUR
LINDE. Im "Saal", wie damals der Raum links
vom Eingang hieß, ging es lebhaft zu, denn
dort vergnügten sich beim Frühschoppen die
unverheiratetenjungen Männer. Im Raume auf der
rechten Seite vom Eingang tauschten die
verheirateten Männer bei einem Glase Bier ihre
Neuigkeiten aus und im Zimmer dahinter bei
einer Tasse Kaffee die verheirateten Frauen.
Von der erhöht liegenden, nur über Stufen zu
erreichenden "Kellerkamer" aber erscholl
helles Lachen: Dort bei den unverheirateten
Mädchen sorgte ein Gläschen "Brennende Liebe"
für einen ausgelassenen Schwatz. So vergnügten
sich damals im Gasthof ZUR LINDE die
Generationen unter sich und dazu auch noch
streng nach Geschlechtern getrennt. |
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